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Junge sitzt vor dem Computer
Netguide

Zieht die Computerspiel-Industrie in die Cloud?

Wenn plötzlich zwei langjährige Konkurrenten gemeinsame Sache machen wollen, dann muss etwas Großes passiert sein oder sich andeuten. So ist es aktuell auf dem Markt von Spielekonsolen zu sehen. Microsoft und Sony – lange Jahre in wenig freundlicher Konkurrenz unterwegs – wollen in Zukunft gemeinsam auftreten. Letzte Woche haben sie offiziell eine strategische Partnerschaft angekündigt. Sie soll sich unter anderem auf den Bereich „Cloud-basierte Lösungen für Spielerlebnisse“ beziehen.

Für viele Experten ist dieser Schritt ein Zeichen dafür, dass die beiden Konzerne im Bereich Gaming auch das Ende der Konsolen-Ära sehen, dieses aber kurz vor dem Relaunch ihrer neuen Konsolen in den kommenden Monaten nicht sagen wollen. Tatsächlich ist die Ursache dieser Kooperation aber auch voraussichtlich eine neue Plattform, die es noch gar nicht gibt: Google Stadia. Diese Plattform will Spiele-Konsolen schon bald überflüssig machen und die gesamte Gamer-Welt in die Cloud übertragen.

Wie sich Google diese neue Gamer-Welt in der Cloud vorstellt? - Wir haben es uns angeschaut.

Spielen in der Cloud

Die Idee für Stadia ist so simpel wie genial (aber auch nicht ganz neu – siehe unten) – statt uns regelmäßig anzuregen, für viel Geld neue Konsolen für unsere Computerspielfreuden zu kaufen, können wir zukünftig alle unsere Spiele einfach streamen. Dafür brauchen wir nur noch einen Bildschirm – Fernseher, PC oder Smartphone –, eine gute Internetverbindung und einen Controller. Mittels Streaming wird aus jedem unserer Endgeräte ein veritabler Gaming-PC. Der Wechsel von Gerät zu Gerät soll dabei fließend sein. Wir können also unsere Spiele auf dem Smartphone beginnen und auf dem PC oder Fernseher fortsetzen – ohne Verzögerung startet das Spiel immer an der Stelle, an der wir uns bei unserer letzten Spiel-Aktion befanden.

Das klingt wie Zauberei zumal Google auch beste Grafikqualität verspricht. Über zehn Teraflops (Flops sind eine Maßeinheit für die Rechenleistung eines Computers. Sie geben an, wie viele Berechnungen ein Rechner pro Sekunde schafft. So soll Googles Streaming-Technologie über 10 Billionen Berechnungen pro Sekunde ermöglichen.) soll Googles Streaming-Technologie ermöglichen und damit die Leistung der bislang leistungsstärksten Konsole der Welt – die der XboxOneX - noch übertreffen.

Support über neuen Controller "ordern"

"Ich habe ein Problem im Dungeon," – wer in Zukunft per Stadia spielt, kann sich über den Google Assistant Hilfe holen und zwar zu jeder Situation und zu jeder Zeit im Spiel. Dafür besitzt der für Google Stadia extra entwickelte Controller einen speziellen Button. Darüber können wir zukünftig den Google Assistant aktivieren. Über das ebenfalls integrierte Mikrofon können wir anschließend unser Problem schildern. Die Server erkennen automatisch, wo es im Spiel gerade bei uns hakt und präsentieren uns passende Hilfevideos oder der Google Assistant hat gleich selbst ein paar Tipps für den weiteren Spielverlauf für uns. Der Stadia-Controller verfügt neben den üblichen Optionen noch über einen zweiten Zusatzbutton: Dieser Capture-Button ermöglicht es uns, per Knopfdruck unser aktuelles Gameplay zu speichern und auf Wunsch auch direkt auf YouTube zu teilen.

Viele Fragen offen

So faszinierend die Perspektiven scheinen, so viele Fragezeichen stehen auch noch im Raum. So soll Stadia noch im Jahr 2019 an den Start gehen, aber einen konkreten Termin hat der Konzern noch nicht genannt. Ebenfalls unklar ist der Preis: Sowohl für die Nutzung des Service als auch für den neuen Controller hat Google noch nichts über die Kosten für uns verlauten lassen. Auch die Auswahl und die Anzahl der Spiele sind noch unklar. Bekannt ist hingegen, dass Google extra eine neue Abteilung "Games and Entertainment" aufbaut, die auch Exklusivtitel für Google Stadia entwickeln soll.

Hat es sich aus-konsolt?

Cloud-Gaming ist nicht neu. Erfinder war im Grunde Sony, die seit 2015 schon Spiele in der Cloud über Playstation Now zur Verfügung stellen. Einen ähnlichen Service bietet Microsoft seit 2017 mit dem Xbox Game Pass an. Die Weiterentwicklung ist das Projekt xCloud. Das soll auch noch dieses Jahr an den Start gehen – als Beta-Variante erst einmal in 140 Ländern. Ähnlich wie Google Stadia lautet der Plan: Ruckelfreies Spielen auf allen Geräten überall. Ob sich diese ehrgeizigen Pläne dann auch wirklich umsetzen lassen, die nächsten Monate werden es uns zeigen.


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