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Christopher Menzel
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Gut zu wissen

Refurbished – das bessere Neu?

Das neue iPhone xS Max – 1.249 Euro, das Samsung Galaxy S 10 512 GB schwarz – 1.149 Euro oder das kommende Klapp-Smartphone von Huawei Nate X - 2.299 Euro – scheinbar spielerisch haben Smartphones in den letzten Monaten die Preis-Schallgrenze von 1.000 Euro überschritten. Kein Wunder, dass sich der ein oder andere überlegt, ob nicht auch ein gebrauchtes Handy reicht. Allerdings während wir Autos, Elektrogeräte oder Kleidung durchaus gebraucht kaufen, sind wir beim Smartphone noch zurückhaltend. Nach einer Yougov-Umfrage lehnt es hierzulande jeder Vierte grundsätzlich ab, ein Handy zu kaufen, dass schon jemand anders genutzt hat.

Dabei können wir bei den gebrauchten Geräten nicht nur Geld sparen – bis zu 200 Euro sind bei einem rund ein Jahr alten Smartphone möglich - , wir engagieren uns auch für die Umwelt. Die Deutsche Umwelthilfe plädiert für längere Nutzungszeiten und fordert gerade im Sinne der Nachhaltigkeit, EU-Standards für u.a. langlebigere Smartphones einzuführen. Also spricht doch einiges für die „Alternative gebrauchtes Smartphone“, wir haben ein paar Tipps zum Kauf eines älteren Smartphones. 

Refurbished? Generalüberholt?

Die Begriffe sind keine geschützte Bezeichnung, sprich jeder Händler oder Shop versteht darunter etwas anderes. Ein generalüberholtes Handy kann also sowohl wirklich aufwendig überholt als auch eher „im Originalzustand“ belassen sein.

Gerade bei auf den Gebrauchthandyverkauf spezialisierten Händlern ist das Risiko jedoch gering. Sie qualifizieren den Gebrauchszustand der Smartphones deutlich und nachvollziehbar auf ihren Angebotsseiten und bieten die Geräte mit einer Gewährleistung bzw. mit einem Rückgaberecht an. Vorsichtig sollten wir hingegen bei weniger bekannten Anbietern bzw. bei Privatverkäufern über z.B. Ebay sein.

Sollte dort das gebrauchte Smartphone nicht der Beschreibung entsprechen, haben wir selten eine Rückgabe-Möglichkeit.

Ein gebrauchtes Smartphone - wo?

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Online-Shops, die gebrauchte Smartphones anbieten. Sie heißen z.B. „Rebuy“, „Clevertronic“ oder „Asgoodasnew“. Die Stiftung Warentest hatte 2016 sieben An- und Verkaufshops Shops getestet – der damalige Testsieger hieß „Clevertronic“. Einen aktuelleren Vergleich bietet das Münchner Vergleichs- und Bewertungsportal Trusted.de: Zwölf Shops sind im Vergleich, „Zocs“ und „Rebuy“ teilen sich den ersten Platz mit einem Testurteil jeweils über 90 Prozent. Es lohnt sich aber auch immer mal bei den Geräte-Händlern selbst zu schauen. Einen eigenen „Refurbished-Shop“ bietet z.B. Apple an, allerdings finden sich hier selten Smartphones.

Wie gebraucht darf es denn sein?

Beim Kauf können wir auf den Verkaufs-Plattformen den Zustand unseres Wunschgerätes meist auswählen. „Rebuy“ bietet beispielsweise Geräte an, die „wie neu“, „sehr gut“, „gut“ oder „stark genutzt“ sind. Richtig Geld sparen wir natürlich, wenn wir auch deutliche Gebrauchsspuren akzeptieren. Wichtig in diesem Zusammenhang: Auch wenn die Geräte nicht mehr so gut aussehen, funktionieren müssen sie – das ist gesetzlich vorgeschrieben. Grundsätzlich sollten wir uns für Smartphones entscheiden, die nicht älter als zwei Jahre sind. Die Gründe: Gerade die Akkus der Geräte verlieren doch mit den Jahren deutlich an Leistungsfähigkeit. Zudem können gerade ältere Android-Smartphones technisch veraltet sein, bei iPhones besteht diese Gefahr nicht so stark.

Check, Check!

Sobald wir unser Wunschgerät in den Händen halten, gilt es, das Gerät schnell und gründlich zu testen. Folgende wichtige Fragen sollten wir dabei abklären: Sind wir generell mit dem Zustand des Gerätes zufrieden? Funktioniert die Mechanik z.B. beim Einlegen der Sim-Karte? Und – wie leistungsfähig ist der Akku? Bei Android-Smartphones können wir den Akkuzustand mit der App „Accubattery“ prüfen (und übrigens den Akku auch „pflegen). Bei iPhones können wir uns den Akkuzustand über Einstellungen –Batterie – Batteriezustand anzeigen lassen.  Beim Check des Gesamtzustandes des Smartphones helfen zudem auch Apps wie „Telefon-Test“ (Android) und „TestM“ (iPhone).

Zurück?

Innerhalb von mindestens zwei Wochen können wir unser gekauftes Smartphone zurückschicken, wenn es nicht unseren Vorstellungen entspricht – manche Händler wie „rebuy“ bieten auch ein dreiwöchiges Rückgaberecht an. Dabei müssen wir auch keine Gründe angeben. Sollten später Schäden auftreten, zieht die gesetzliche Gewährleistung, die für ein Jahr gilt. Allerdings räumen manche Händler freiwillig auch längere Gewährleistungs-Zeiträume von bis zu 36 Monaten ein. Da hilft letztendlich nur schauen und vergleichen.


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