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Das Leben per Sprache steuern oder der Kampf der schlauen Lautsprecher

Lautsprecher "HomePod" von Apple
Foto: Apple

Displays sind out, Sprache ist in – das jedenfalls ist immer häufiger das Motto für die eigenen vier Wände. In den nächsten Jahren sollen elektronische Butler in Form intelligenter Lautsprecher unsere Haushalte erobern und zum Alltagsequipment wie Fernseher und Waschmaschine werden. Sie sind schon jetzt einer der führenden Techniktrends unserer Zeit und versprechen Milliardenumsätze. Per Sprachsteuerung und künstlicher Intelligenz können wir über die Geräte unser Leben lenken: Sie beantworten uns Alltagsfragen und nehmen unsere Bestellungen auf, wir können mit ihnen unsere Haushaltsgeräte ein- oder ausschalten, telefonieren ohne die Nummer wählen zu müssen oder gleich ganze Reisen buchen.

Die Schlacht der Systeme um unsere eigenen vier Wände ist dabei voll entbrannt. Aktuell hat Apple seine Version angekündigt, den HomePod. Er konkurriert ab Ende des Jahres mit bislang fünf Alternativen. Ein Überblick über die Systeme, die unser Leben schon bald erleichtern sollen:

Der Platzhirsch und Vielseitigkeits-Spezialist
Der frühe Vogel fängt den ... Kunden – nach diesem Prinzip ist Amazon vorangegangen. Sein Lautsprecher „Echo“ ist seit 2015 in den USA auf dem Markt, seit Anfang 2017 bei uns. Damit konnte Amazon sich direkt Vorteile in Bezug auf den Marktanteil – 70% in den USA – und vor allen Dingen in Sachen Nutzung erarbeiten. Während die Konkurrenz teils noch die Lautsprecher selbst entwickelt, arbeitet Amazon stetig am Funktionsumfang. So kann seit dem Wochenende der Fernseher per „Echo“ gesteuert werden und wir können beispielsweise sagen „Alexa (so heißt der Sprachassistent von Amazon), spiele „House of Cards“.

Gleichzeitig setzt Amazon erfolgreich auf Kooperationen mit Drittanbietern. Skills heißen dabei sozusagen die Apps für den „Echo“, die unterschiedlichste Zusatzfunktionen ermöglichen. Ganz aktuell hat Ikea angekündigt, seine Lampen per Sprache steuern zu lassen. Wir können aber auch hören, wann unsere DHL-Pakte ankommen, die aktuellen Börsenkurse vorlesen lassen, das Wetter... Das Angebot an Skills ist jetzt schon riesig.

Die „intelligentere“ Variante
„Google Home“ heißt der intelligente Lautsprecher des Suchmaschinenriesen. In den USA seit letztem Jahr verfügbar, soll er in den nächsten Tagen auch bei uns erhältlich sein. Einer der Vorteile des „Home Assistant“: Die Spracherkennung. Das Gerät kann sogar zwei Stimmen auseinander halten, wie die Nutzung in den USA zeigt. Einer der Nachteile: Die (noch) fehlender Einsatzvielfalt. Im Gegensatz zum „Echo“ können wir mit „Google Home“ nicht shoppen, Google besitzt keinen eigenen Online-Shop. Auch die Kooperation mit Drittanbietern wie bei Amazon steckt noch „in den Kinderschuhen“. Dafür birgt die Anbindung an die große Google-Welt viel praktisches Nutzungspotential wie beispielsweise natürlich die Suche allgemein aber auch die Nutzung der Google-Domänen Karten oder Kalender.

Schwerpunkt Klang
Microsoft will ab Herbst mit dem „Invoke“ mitmischen. Dabei setzt der Software-Riese vor allem auf den Sound. Er verspricht einen satten 360°-Klang und kooperiert dafür mit dem Lautsprecherspezialisten Harman-Kardon. Weitere Stärken sollen die Einbindungen von Skype und Office sein, dafür fehlt beim „Invoke“ bislang wohl auch die Erweiterungsoption per Drittanbieter. Um dem „Invoke“ trotzdem eine Nutzungsvielfalt einzuhauchen, arbeitet Microsoft an der Verknüpfung mit den „Online-Welten“ von Google und Apple. Das würde dem intelligenten Lautsprecher Vorteile als System-übergreifendes Gerät gewähren.

Der Sound-Konkurrent
Apples Version heißt „HomePod“, der geplante Markteintritt hier bei uns ist allerdings erst Anfang 2018. Der „HomePod“ will auch mit einem besonders ausgefeilten Sound begeistern: „Wir wollen das Musikhören zuhause neu erfinden,“ verkündete dazu Apple-Marketing-Chef Phil Schiller vollmundig. Ganze sieben Hochtöner und ein Subwoofer sind für den herausragenden Klang an Bord, dazu messen sechs Mikrofone permanent die Schallwellen und passen entsprechend den Raumklang an. Darüber hinaus wird der „HomePod“ mit Apples Homekit-System kommunizieren können und z. B. Beleuchtung und Heizung zuhause gesteuert werden. Dazu werden enge Verbindungen mit dem Smartphone und mit dem Apple-eigenen Bezahlsystem Apple Pay erwartet.

Der Unbekannte
Auch die Deutsche Telekom und der französische Telekommunikationsriese Orange arbeiten an einem intelligenten Sprachassistenten. „Djingo“ soll er heißen und ein entsprechender Prototyp-Lautsprecher wurde im April in Paris gezeigt. Mit dem Gerät konnte Musik gesteuert und Tweets veröffentlicht werden, zudem sei der Einkauf per Djingo geplant. Mehr ist allerdings noch nicht bekannt, Djingo befindet sich noch in der Entwicklungsphase – Veröffentlichungstermin unbekannt.

Aber auch wenn Djingo vielleicht noch länger wartet - die Konkurrenz wird dafür sorgen, dass wir uns schon bald entscheiden können zwischen ganz unterschiedlichen intelligenten Lautsprechern.


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