Augen auf beim Ticketkauf – Ticketbörsen und ihre Tücken

Konzert mit dem Smartphone filmen

Ed Sheeran, Eagels oder Mark Foster – aktuell beginnt schon der Kartenverkauf für viele Konzerte im kommenden Jahr. Denn Konzerttickets sind natürlich auch für viele von uns ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Doch wer hat schon immer im Blick, wann denn der Vorverkauf beginnt und ist rechtzeitig online?! Bei beliebten Künstlern wie Ed Sheeran oder Mark Foster kann das aber dazu führen, dass die Tickets auf den offiziellen Online-Ticketplattformen wie bei Marktführer "eventim" oder seinen Konkurrenten wie "Ticketmaster" oder "Reservix" ausverkauft sind. Wer dann seinen Lieblingskünstler und Kartenvorverkauf googelt, der wird auf unbekanntere Seiten geleitet. Sie heißen beispielsweise "Viagogo", "Stubhub" oder "Tickettube" und sind Online-Ticketbörsen. Dort finden wir unsere Wunsch-Tickets häufig noch, aber sie sind auch meist deutlich teurer. Doch Achtung – der erhöhte Preis ist nur eines der Probleme. Denn Ticketbörsen sind nicht das gleiche wie Ticketportale. Wir schauen auf diesen vermeintlich spannenden Markt, um für ausverkaufte Konzerte oder Veranstaltungen noch Tickets zu bekommen.

Ticketportal oder Ticketbörse

Ticketportale werden von Künstlern und Agenturen eingeschaltet, um ihre Konzerttickets auf dem Markt zu verkaufen. Sie sind eine offizielle Vorverkaufsstelle, bei der Veranstalter und Plattform zusammenarbeiten und z.B. den Ticketpreis festlegen. Ticketbörsen hingegen sind Plattformen, auf denen Nutzer ihre schon gekauften Tickets weiterverkaufen können, wenn es bei Ihnen beispielsweise terminlich nicht passt. Ticketbörsen werden deswegen auch als Zweitmarkt bezeichnet. Für uns Nutzer ist dies aber häufig nicht zu erkennen – die Ticketbörsen sind wie Ticketportale aufgemacht, haben sich aber leider häufig zu einem "Tummelplatz für Schwarzmarkthändler" entwickelt. 20 solcher Plattformen sind laut dem Bundesverband für Veranstaltungswirtschaft (bdv) auf dem Markt aktiv. Sie sorgen seit Jahren für schlechte Schlagzeilen u.a. wegen Ticketwucher und falscher Lieferungen. Gegen die Ticketbörse "Viagogo" wurde auch schon geklagt. Im Sommer hat der bdv deswegen die Initiative "NEIN zum Ticket-Schwarzmarkt" gestartet.

Die Gefahren

Wenn wir bei Ticketbörsen unser heiß begehrtes Ticket erwerben, drohen uns gleich mehrere Gefahren. Der erhöhte Preis wurde ja schon genannt, dabei können die Tickets schon mal doppelt so viel und mehr kosten. Zudem droht die Option, personalisierte und damit für uns als Käufer unbrauchbare Tickets zu bekommen. Ebenfalls ärgerlich – wir kaufen einen Sitzplatz und bekommen ein Stehplatzticket. Und - bei den Verbraucherzentralen häufen sich Beschwerden, dass die Käufer ihre Tickets nicht geliefert bekommen oder Tickets für Veranstaltungen gekauft haben, die es gar nicht gab. Wer dann versucht, mit dem Anbieter Kontakt aufzunehmen, erlebt oft die nächste böse Überraschung: Entweder sind Ansprechpartner gar nicht zu finden oder der erboste Käufer bekommt nur Standard-Antwort-Mails.

Was können wir tun?

Die Experten raten beim Ticketkauf über Ticketbörsen zu verstärkter Aufmerksamkeit und empfehlen uns, auf drei Punkte besonders zu achten:

  1. Wir sollten die Seite recherchieren – ist sie bekannt und wie wird sie von den Nutzern bewertet? Haben wir die Möglichkeit, mit dem Plattformbetreiber in Kontakt zu treten? Manchmal hilft auch eine kleine Google-Suche – haben die Verbraucherzentralen schon mal Negatives über die Plattform berichtet?
  2. Wir sollten den Verkäufer recherchieren – stimmen seine Angaben und wirkt seine Anzeige für uns vertrauenswürdig? Klingt seine Begründung glaubhaft, warum er die Tickets verkaufen möchte? Hat er eine Kontaktadresse hinterlassen, um ihn im Notfall zu erreichen? Ist auf dem möglicherweise vorhandenen Foto ersichtlich, ob die Tickets personalisiert sind?
  3. Wir sollten den Preis vergleichen. Wenn der angegebene Preis erheblich vom Originalpreis abweicht, sollten wir schauen, womit diese Abweichung begründet ist.

Im Zweifel gilt – wenn Fragen offen bleiben, das Angebot unklar ist oder andere Nutzer schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, sollten wir die Finger von diesem Kartenkauf lassen.

Sonderfall Fake-Tickets

Gerade bei der Online-Ticketbörse "Viagogo" sind laut der Verbraucherzentrale NRW Fälle von Fake-Ticket-Angeboten bekannt geworden. Werden wir Opfer eines solchen Falls, empfehlen die Verbraucherschützer folgendes Vorgehen: Wir sollten alles schriftlich dokumentieren und erst einmal einen Brief schreiben möglichst als Einschreiben mit Rückschein. Damit – so die Empfehlung – fechten wir den Kauf an, erklären gleichzeitig den Rücktritt vom Kaufvertrag und fordern unsere geleisteten Zahlungen zurück. Sollten wir Probleme haben, hilft es, die die örtliche Verbraucherzentrale anzusprechen. Sinnvoll ist sicherlich auch die Anzeige beim Projekt "Marktwächter Digitale Welt". Die Verbraucherzentralen bekämpfen damit Missstände u.a. bei Online-Dienstleistungen und bieten auf der Seite marktwaechter.de ein Beschwerdeformular für solche Fälle an.


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