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DIE VIER VON HIER
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Wizards Unite
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Jetzt kommt Wizards Unite statt Pokemon Go!

Ciao Ciao Pokémon Go, oder? Zwei Sommer lang hast Du mich begleitet: 96 Kilometer bin ich mit Dir gelaufen, habe in Italien, Griechenland und Österreich Pokémons gejagt, war bei den berühmten Brückenevents in Düsseldorf dabei, habe über vier Millionen Erfahrungspunkte (EP) eingesammelt und es damit so ganz nebenbei bis auf Level 33 geschafft. Doch irgendwie ging dann der Reiz verloren - allein für einen Levelsprung eine Millionen EPs einsammeln, das dauerte zu lang und irgendwie wirkte es auch ausgespielt. Also Vorhang auf für „Harry Potter: Wizard`s Unite“, dem neuen Augmented Reality-Spiel von Niantic.

Die Ankündigung klang vielversprechend: "Durch das Erkunden von Stadtvierteln in der echten Welt in Städten rund um den Globus können Spieler Abenteuer erleben, Zaubersprüche erlernen und einsetzen, mysteriöse Artefakte entdecken und auf legendäre Wesen und beliebte Charaktere treffen". Den nächsten Hype im Vergleich zum Pókemon Go hat „Wizard‘s Unite“ aber schon mal verpasst: In den ersten 24 Stunden wurde es laut App-Analyst Sensor Tower zwar gleich 400.000 mal in den USA und Großbritannien runtergeladen, aber dem stehen 7,5 Millionen Downloads von Pokémon Go gegenüber. Aber wie ist es nun, das Harry Potter-Spiel für unterwegs?

Du und das Zaubereiministerium

Wir sind im Spiel Mitarbeiter des Zaubereiministeriums und Teil der Eingreiftruppe zur Wahrung des Geheimhaltungsstatus. Unsere Aufgabe: Eine unbekannte Macht – vielleicht eine Handvoll böser Zauberer – bedroht die Welt der Magie. Sie wollen ihren Geheimhaltungsstatus auflösen und sie somit für die Muggelwelt - also für die nicht-magische Bevölkerung - entdeckbar wird. Dafür haben sie magische Gegenstände, Monster, Zauberwesen aber auch gefangene Zauberschüler verteilt. Wir müssen diese – wie bei Pokémon Go – in unserer realen Umgebung aufspüren und einsammeln.

Das Problem – sie werden von sogenannten Fundwächtern bewacht oder sind in Netzen und ähnlichem gefangen. Zudem finden wir zwischendurch auch Zaubergegenstände, die im weiteren Verlauf des Spieles wichtig werden. All das ist in eine größere Geschichte eingebettet, die das Chaos in der Zauberwelt erläutert und die uns über Kommentare von Constanze Pickering erzählt wird, einer Kollegin aus dem Zaubereiministerium. Klingt kompliziert? Ist es auch ein wenig...

Schwing den Zauberstab

Was der Wurf bei Pokémon Go war, ist bei Wizard’s Unite der Zauberspruch. Er ermöglicht es uns, dass wir die Fundwächter besiegen bzw. Netze und ähnliches zerstören können.

Der Zauberspruch ist im Spiel ein Symbol, das wir auf unserem Smartphone-Screen eingeblendet sehen und mit unseren Fingern nachzeichnen müssen. Statt genau zu treffen, gilt es dabei genau nachzuzeichnen und das möglichst schnell. Und ähnlich wie bei Pokémon Go wird der Erfolg unseres Zauberspruchs auch bewertet: Haben wir das Symbol nur ungenau oder nicht vollständig nachgezeichnet, müssen wir es noch einmal versuchen.

Tatsächlich ist es aber (meist) nicht schwer. Die Gegenstände, Monster und Zauberwesen können wir anschließend in Registern hinterlegen und es entsteht – ähnlich wie bei Pokémon Go - eine Art „Panini-Bildersammlung“ mit Harry-Potter-Anmutung.

Von Wirtshäusern, Gewächshäusern und Festungen

Viel Zauberei braucht viel Energie – die können wir im Spiel in sogenannten Wirts- und Gewächshäusern wieder aufladen. Wir finden diese an markanten Ecken in unserer realen Umgebung. Pokemon-Spieler werden das Prinzip kennen, Pokestopps hießen diese Aufladestationen im Vorgänger-Spiel.

Sollten wir aber mehr Energie brauchen oder auch den ein oder anderen knapp bemessenen Gegenstand im Spiel brauchen, bietet Wizard’s Unite natürlich auch eine Free-to-pay-Mechanik. In der sogenannten „Winkelgasse“ können wir mit der Ingame-Währung Gold - eintauschbar gegen echtes Geld – munter auf „zauberhafte Shoppingtour“ gehen.

Also auch hier ist alles recht ähnlich zum berühmten Vorgänger, ebenso auch die Festungen bei Wizard’s Unite. Sie sind das Harry-Potter-Gegenstück zu den Pokémon-Arenen. Auch hier können wir alleine oder gemeinsam kämpfen, nur sind die Gegner zum Beispiel Werwölfe oder böse Zauberer.

Alles nur Pokemon in anders?

Sagen wir es mal positiv: Wer Pokemon gespielt hat, wird sich bei Wizard`s Unite auch schnell zuhause fühlen. Spielprinzip und Spielverlauf ähneln sich sehr. Statt Schiggi, Taubsi und Pikachu sammeln wir nun eben Niffler, Quaffel und Bluffknaller. Allerdings sind Pokemons irgendwie reizvoller zu fangen, als so manchen Alltagsgegenstand wie ein Regenschirm oder ein Buch in Wizard’s Unite einzusammeln.

Dazu kommt, das Verwalten der Listen und damit des Inventars ist langwierig, ebenso wie die langen Dialoge, die die Dynamik des Spiels ausbremsen. Dabei ist Wizard’s Unite auch nur eher „recht schön“ aufbereitet, es fehlt ein wenig Harry-Potter-Look. Angenehmer hingegen ist die Musik von Jon Williams, die runder klingt als das „Plastikgedudel“ bei Pokémon Go.

Ein Tipp für Neueinsteiger – es hilft, etwas Geduld mit Wizard’s Unite zu haben. Ab Spiellevel 8 kommt das Spiel deutlich besser in Schwung, wenn zum Sammeln dann auch noch kleinere Rollenspielelemente dazukommen. Dann gelingt es Wizard’s Unite doch ein wenig, uns in die neue Harry-Potter-Welt hineinzuziehen. Aber ganz ehrlich, irgendwie ist mir die Pokemon-Welt doch lieber und ich werde versuchen, Level 34 zu knacken...


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